Zeichnen für Sportler: Aufwärmen

In meinem ersten Beitrag hatte ich ja schon über die Analogien zwischen zeichnerischen Anspruch und sportlichen Ambitionen meditiert: Breitensport vs. Leistungssport, Wettkampfgedanke, etc.

Die Parallelen zum sportlichen Training gehen aber meiner Ansicht nach noch sehr viel weiter. Als ich das erste Mal den Begriff „Handtraining“ las, dachte ich sofort: Ah, Training! Da kenn ich mich aus! Damit assoziiere ich Dinge wie regelmäßiges Üben, Wiederholungen, wechselnde Trainingsreize, steile Fortschritte, angenehme Erschöpfung; aber auch Leistungsplateaus, Rückschläge, Motivationsprobleme, und Überlastung. Ebenso wie beim Sport schafft das Training erst die Voraussetzungen, um das eigentliche Ziel, in diesem Fall die Umsetzung kreativer Vorstellungen, erreichen zu können.

Ist vielleicht nur meine persönliche Präferenz, aber mir hilft diese Sichtweise ungemein. In diesem Sinne werde ich in loser Folge einige Aspekte meines kreativen Hobbys mal durch die Sportbrille betrachten. Den Anfang macht, wie könnte es anders sein…

Das Aufwärmen

Aufwärmübungen sind sinnvoll: Man stimmt sich auf die Aktivität ein, lockert Geist und Muskulatur, ruft das Gefühl für die Bewegung wach. In der Literatur sind ohne weiteres einige Milliarden Übungsvorschläge zu finden, die ich jetzt nicht alle wiederholen möchte. Hier sind aber ein paar meiner Lieblingsübungen, wenn ich zu Hause am großen Zeichenblock stehe:

  • warmup1Flickenteppich: Schraffuren in alle möglichen Richtungen
  • warmup2Größer werdende Kreise (müssen nicht 100%ig rund sein, Hauptsache locker aus dem Handgelenk)
  • warmup3Konzentrische Kreise und Ellipsen – wie man sieht, hab ich da noch Schwierigkeiten…
  • warmup4Konturlinien mit Spiralschwüngen ausfüllen. Da kann man auch gut mit der Druckkraft spielen.
  • warmup5Mit der anderen Hand (ich bin Linkshänder, also bei mir mit rechts) einfache geometrische Formen skizzieren: Kreise, Dreiecke, Vierecke, Fünfecke. Das sieht erstaunlicherweise oft lockerer aus als mit der „richtigen“ Hand.

Nun ist es natürlich was anderes, eine Übungs-Session zu absolvieren, als mit dem Block unterwegs zu sein. Da hab ich dann auch keine Lust, erst mal ein paar Seiten mit irgendwelchen Kringeln zu füllen. Ich finde es aber hilfreich, sich der Aufwärmphase bewusst zu sein. Das bedeutet zum Beispiel, mit einem einfachen Motiv anzufangen, das man locker und schwungvoll skizzieren kann. Nicht vom ersten Strich an die besten Ergebnisse erwarten, sondern erst mal die Linie suchen. Beobachten, wie lange es dauert, bis man zur gewohnten Form aufläuft. Glücklicherweise wird man sich aber nicht gleich eine Zerrung holen und wochenlang ausfallen, wenn man doch mal einfach loslegt 😉

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Ein Gedanke zu “Zeichnen für Sportler: Aufwärmen

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