Zeichnen für Sportler 3: Nachturnen

Aerobic, Ballett, Karate, Skifahren,… man fängt eigentlich immer damit an, die Bewegungen eines Könners (oder Könnerin, selbstredend) nachzumachen, um ein Gefühl für die Sache zu kriegen. Um ungewohnte Abläufe zu verinnerlichen. Zur Inspiration.

Das funktioniert auch beim Zeichnen: Mittlerweile gehe ich gerne mit dem Skizzenbuch ins Museum, um interessante Ausschnitte der ausgestellten Kunst zu kopieren. Kann ich nur empfehlen. Man bekommt einen ganz anderen Zugang, und hat mal Abwechslung vom realistischen Zeichnen nach der Natur. Das macht Spaß, und das Museumspersonal freut sich auch über so viel Interesse an der Kunst.

Hier ein paar Beispiele. Fast alles ist aus dem Franz Marc – Museum in Kochel am See, bis auf die letzten beiden, die in der Pinakothek der Moderne ausgestellt sind. Wäre natürlich gut, hier die Originale danebenzustellen, aber da bin ich mir mit den Bildrechten nicht so sicher.

fohlenFranz Marc – „Junges Pferd in Berglandschaft“. Ausnahmsweise ein nur leicht stilisiertes Pferd. Das Original ist eine Bleistiftskizze, daher recht einfach abzukupfern.

gazelleAuch von Marc – ein Ausschnitt aus „Gazellen“. Ich finde die Linienführung am Hals spannend, außerdem merkt man beim Abzeichnen der Umrisse sofort, wie stark die Farbflächen des Originals die Formwahrnehmung beeinflussen. Die Proportionen wirken vollkommen anders.

umpferstedtLyonel Feininger – „Umpferstedt II“. Das Original ist in sehr fein getuschten Linien gehalten, da kam mir mein Fineliner schon extrem grobschlächtig vor. Wenn man sich mal in diese extravaganten Schraffuren versenkt und mit dem eigenen Stift nachvollzieht, kommt man aus dem Staunen gar nicht mehr raus. Wie macht der das?

stierAuch von Franz Marc – „Rind“. Ein sehr zarter Koloss.

femme-skulpturDas ist ausnahmsweise mal nach einer Skulptur – „Tête de femme“ von Picasso. Die Oberfläche hat mich halb in den Wahnsinn getrieben. Zumal die Skulptur ja auch noch schwarz ist. Das reinste Augen-Zirkeltraining (noch so eine Sportreferenz).

femmeEin Gemälde von Picasso – „Femme“. Scheint hungrig zu sein. Überhaupt: Picasso hat schon eine ungewöhnliche Sicht auf Frauen.

windbrautEins meiner Lieblingsbilder aus der surrealistischen Abteilung: Max Ernst – „Die Windsbraut“. So kann man Pferde also auch darstellen. Wobei der Künstler offenbar vor allem dicke Pferdehintern toll fand. Mir gefällt die „eschermäßige“ gemeinsame Kontur der beiden Figuren. Das ist hier allerdings ohne die Farben des Originalgemäldes etwas schwer auseinanderzuhalten.

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