Känguru

Nach so vielen Skizzen in letzter Zeit hatte ich Lust, ein Tier etwas sorgfältiger auszuarbeiten – und gerne auch mal wieder Kreidestaub an den Fingern zu spüren. So ist dieses Känguru in (hauptsächlich) Pastell entstanden:

kaenguru-final

Für den Fall, dass jemand von euch Lust hat, auch was in der Art zu machen, hier die ausführliche Dokumentation des Entstehungsprozesses (quasi ein Tutorial):

Vorarbeit

Direkt nach der Natur kann zumindest ich sowas nicht zu Papier bringen. Also habe ich eine Reihe Kängurufotos geschossen, und eine Menge Skizzen in verschiedenen Posen gemacht. Dabei merkt man schnell, was man an dem Tier besonders bemerkenswert findet und herausstellen möchte. In diesem Fall fand ich den eleganten Schwung vom Körper und den Beinen bis zur Schwanzspitze toll. Ich habe mich deshalb für eine seitliche Ansicht entschieden, und noch ein bisschen nach der besten Haltung gesucht. Die hier zum Beispiel sind dafür nicht so ideal:

kaenguru-posen

Dann habe ich noch einige Zeit damit verbracht, mit meinen Stiften und Pastellkreiden zu experimentieren, um die Kontur und das Fell richtig hinzukriegen:

kaenguru-entwurf

Letztendlich wollte ich es dann gerne etwas luftiger und nicht so „ausgemalt“ haben. Gerade wenn man noch nicht so genau weiß, wohin es gehen soll, finde ich solche Vorstudien sehr wertvoll. Man möchte sich ja nicht später das Blatt ruinieren.

Jetzt aber

So, nachdem mir klar ist, was ich eigentlich haben will, kann’s ja losgehen. Zuerst mache ich eine sehr dünne Vorzeichnung (Bleistift HB) und lege die Konturen an. Unten schwarz und schattig (Pitt Oil Base Soft), oben nur ganz leicht mit Rötel. Die Kontur soll auf keinen Fall stupide durchgezeichnet werden, das raubt dem Ganzen sofort jeden Schwung. Die Schattierung im Gesicht mache ich vorsichtig mit verwischter schwarzer Pastellkreide.

kaenguru-1

Im nächsten Schritt trage ich die roten Fellpartien auf, mit rotbrauner Pastellkreide, dezent verwischt. Alles sehr zurückhaltend, die Zeichnung soll größtenteils weiß bleiben. Die Textur des Papiers hilft, das Fell nicht zu glatt aussehen zu lassen.

kaenguru-2

Jetzt kommen die grauen Partien mit ganz leichtem Auftrag von schwarzer Pastellkreide dazu. Die feineren Details mache ich wieder mit dem schwarzen Pitt-Stift.

kaenguru-3

Fast fertig! Nur noch ein bisschen das Volumen und die Muskeln mit rotbrauner und dunkelbrauner Pastellkreide herausarbeiten. Das Schwierigste kommt jetzt: aufhören. Es ist immer gut, zwischendurch einen Schritt zurückzutreten (physisch und mental), und sich zu fragen, ob alles weitere wirklich noch positiv zum Ergebnis beitragen kann.

Letzten Endes habe ich für die Vorbereitungen einige Stunden verwendet, die eigentliche Zeichnung hat dann, in aller Ruhe, nur etwa eine Stunde gebraucht. Das Känguru sieht mit dem Resultat eigentlich ganz zufrieden aus.

 

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