Mädchen mit Lasttier

Das „Benutzte-Technik“-Universum á la Star Wars hat mich immer fasziniert. Staubige Droiden der vorvorletzten Generation, die auf irgendeinem abgelegenen Drecksplaneten den Bewohnern ihr karges Auskommen ermöglichen, und derlei Dinge. So in die Richtung geht die Idee zu dieser noch nicht weiter ausgearbeiteten Skizze:

maedchen_lasttier

In dieser Welt sind die Lasttiere sehr wertvoll, während so etwas wie Beinprothesen in der nächstbesten Werkstatt preiswert fabriziert werden und die Tiere so noch lange „instandgehalten“ werden können. Um die Normalität zu unterstreichen, ist die kleine Szene in Form eines beiläufigen Alltagsschnappschusses gehalten.

Spaßig war die Recherche für das Lasttier. Unverkennbar die Verwandtschaft zu einem Kamel, wie man auf dieser Seite aus meinem Skizzenbuch sieht:

kamelskizzen

Ganz oben das „Kemla“, ein ähnlich angelegtes Tier, das ich in einem Comic entdeckt habe.

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Drachenkatze

drachenkatze

Im Volksmund als Drachenkatzen bekannt, haben diese Wesen nicht viel mit Drachen gemein: Sie speien kein Feuer, sind eindeutig Säugetiere und tragen Fell. Eigentlich wären sie viel eher als Verwandte der Fledermaus einzuordnen, was man ihnen aber besser nicht erzählen sollte.

Für eine normale Hauskatze ein schöner Traum: Ganz hoch oben lauern und sich mit ausgebreiteten Schwingen und scharfen Krallen auf die Beute hinabstürzen. Da fühlt sich das Raubtier gleich noch mal doppelt so gefährlich.

 

Raben – eine Materialfrage

Gestern habe ich einen Raben skizziert, mit Bleistift (und einem Graphitstab). Nun sind Raben ja bekanntlich schwarz. Das bleierne Grau gefiel mir da nicht so recht. Also hab ich das Tier gleich noch mal in Kohle produziert.

zweiraben

Ein anderes Rabenportrait zeigte einen schönen blauschwarzen Schimmer, den ich gerne wiedergeben wollte. Diesmal mit schwarzer und blauer Pastellkreide:

einrabe

Auf den Fotos ist es vielleicht nicht ganz so gut zu erkennen, aber die verschiedenen Materialeigenschaften kommen in dem Beispiel gut zum Tragen:

  • Mit Bleistift kann man prima präzise Details (die Füße) und auch große weiche Flächen machen, aber das Ergebnis ist nun mal eher grau in grau.
  • Kohle auf dem glatten Papier meines Skizzenbuchs finde ich für den Raben am passendsten: satt schwarz und schön samtig.
  • Mit Pastell auf rauhem Papier wirkt der Rabe eher struppig. Ist zwar auch niedlich, aber nicht ganz so, wie ich’s haben wollte. Das Schwarz ist stumpfer. Dafür hat man natürlich eine potentiell riesige Farbpalette. Eventuell ginge glatteres Papier und mehr Verwischen ganz gut… aber an und für sich mag ich den „rohen“ Charakter von Kreide ja auch.

Adlerportrait

Beim Blättern in einem Vogelkundebuch bin ich auf ein großartiges Adlerportrait gestoßen. Musste dann gleich ausprobieren, wie man denn diese Federstruktur hinbekommen könnte, ohne sich totzeichnen zu müssen. „Breite Kreidestriche müssten doch gehen“, dachte ich mir, und konnte das Stück Kreide dann nicht mehr weglegen, bis der Kopf komplett war.

Leider gab es zu dem Foto keinen Text – ich tippe mal auf einen Steinadler?

adler

Es gibt immer einen größeren … Drachen

Meine Variation des bekannten Themas. Was wäre wohl das nächste Bild? Wer kommt davon? Was denkt sich das Schaf?

groessererdrachen

Hier noch die Vorzeichnung zum Vergleich. Leider hab ich beim Tuschen mal wieder zu viel rumkorrigiert. Aber alles in allem klappt es mit den Drachen eigentlich schon ganz gut.

groessererdrachen-skizze

Der Rabe und das Mädchen

Eine echte Premiere! Mein erstes Bild mit einer selbst ausgedachten Figur, leidlich in Szene gesetzt:

rabenmaedchen

Das Leben dieses Mädchens ist auf besondere Weise mit Raben verknüpft. Es gibt eine vage Geschichte dazu, die ich vielleicht mal ausarbeiten werde… allein dieses Bild hatte aber schon einen ziemlichen Vorlauf, weil so vieles daran für mich komplett neu war. Bilder von Fantasiecharakteren haben mich schon immer begeistert (naja, manche mehr, manche weniger 🙂 ). Wenn man das auch mal machen möchte, stellen sich jede Menge Fragen.

Zuallererst: Woher kriege ich eine Figur? Wer soll das sein? Die einschlägige Literatur empfiehlt, einen möglichst genauen Steckbrief anzulegen, um rauszufinden, wer sich hinter der ersten wolkigen Inspiration verbirgt. Das geht überraschend gut! Es fühlt sich gar nicht so sehr nach „ausdenken“ an, sondern eher nach „herausfinden“ – die Figur ist eigentlich schon da, es braucht nur ein wenig Detektivarbeit, um ihren Hintergrund zu ergründen.

Nachdem ich die Figur so einigermaßen hatte, das nächste Problem: Wie sieht sie aus? Profis füllen offenbar daraufhin erstmal ein paar Seiten mit Dutzenden von Gesichtsentwürfen. Konnte ich aber so gar nicht. Also hab ich einige Zeit damit verbracht, Gesichter zu zeichnen, Skizzen nach Fotos, usw. Knifflig! Aber irgendwann ging es dann so gut, dass ich gezielt verschiedene Gesichtsformen, Augenformen, Nasenvarianten etc. ausprobieren konnte.

Tja, ein Gesicht ohne Körper ist natürlich auch nicht so das wahre. Also wieder: üben. Menschliche Proportionen. Anatomie. Haltungen. Ich kann zu dem Zweck wirklich empfehlen, sich mal durch die diverse „Manga zeichnen lernen“-Literatur zu wühlen. Selbst wenn man gar keine Manga machen möchte, gibt es da unglaublich nützliche Hinweise zum Zeichnen von Menschen in diversen Stilisierungen. Was diese Zeichner drauf haben, ist wirklich krass. Sogar ein Buch ausschließlich zum Thema Hände und Füße habe ich gefunden.

Auch immer wichtig für eine Figur: besondere Attribute, Accessoires, Gadgets, die sie erkennbar machen. In meinem Fall sind das die Federn im Haar, und das kleine Vogeltattoo an der Wade. Ist eigentlich ganz lustig: Wie mach ich denn die Haare? Was zieh ich bloß dazu an? Steht mir das, äh, ihr?

Wenn man das dann alles hat, kann man sich eine Situation ausdenken, die man darstellen möchte. Da hat es sich dann gelohnt, einigermaßen flott Posen skizzieren zu üben. Und natürlich: die Umgebung. Ich habe für den Bildhintergrund meine Island-Urlaubsfotos durchforstet. Zu detailliert sollte der Hintergrund übrigens nicht sein, das lenkt nur ab. Ist natürlich dann auch einfacher umzusetzen 🙂

Tja, mit Skizzen zu dem Mädchen, dem Raben, der Szenerie ausgestattet, hab ich alles in eine Bleistiftvorzeichnung zusammengetragen, und aus der dann die Reinzeichnung mit Tusche und Feder gezaubert. Das ging dann richtig schnell, gemessen an den Vorbereitungen!

Frauen, die auf Leitern steigen

Wie gesagt, im Muybridge findet man Fotos von nackten Menschen, die skurrile Dinge tun, und prima Zeichenvorlagen abgeben. An dem kleinen Bild hier habe ich mich mal wieder mit Tusche geübt. Ich bin ja wirklich ein Fan  dieser Methode, mit einem Pinsel und extrem verdünnter Tusche die Schatten zu ziehen. Sieht gut aus, und ist erheblich weniger aufwendig als schraffieren. Man kann sogar ganz prima nachdunkeln, wenn man über die schon trockenen Stellen noch mal drüber pinselt.

frau-auf-leiter

Der Muybridge

Seit einigen Wochen befasse ich mich verstärkt mit menschlicher Anatomie und Figurendarstellung. Mit das erste, was man da hinkriegen muss, sind die grundlegenden Proportionen und wie sich der Körper in verschiedenen Posen verhält. Um dafür ein besseres Gefühl zu entwickeln, hab ich mir mal „den Muybridge“ besorgt (The Human and Animal Locomotion Photographs), zumindest in Animationskreisen ja immer noch eine Referenz zu menschlichen und tierischen (animalischen? 🙂 ) Bewegungsabläufen. Der 3,5kg-Schinken enthält hunderte von alltäglichen bis vollkommen abstrusen Bewegungsabläufen aus unterschiedlichen Blickwinkeln, die man als lockere Fingerübung mal grob skizzieren kann.

Wenn man erst ein paar Dutzend davon gemacht hat, spürt man schon deutliche Fortschritte. Sehr empfehlenswertes Training! So sieht das dann in meinem Skizzenbuch aus, seitenweise:

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