Der Rabe und das Mädchen

Eine echte Premiere! Mein erstes Bild mit einer selbst ausgedachten Figur, leidlich in Szene gesetzt:

rabenmaedchen

Das Leben dieses Mädchens ist auf besondere Weise mit Raben verknüpft. Es gibt eine vage Geschichte dazu, die ich vielleicht mal ausarbeiten werde… allein dieses Bild hatte aber schon einen ziemlichen Vorlauf, weil so vieles daran für mich komplett neu war. Bilder von Fantasiecharakteren haben mich schon immer begeistert (naja, manche mehr, manche weniger 🙂 ). Wenn man das auch mal machen möchte, stellen sich jede Menge Fragen.

Zuallererst: Woher kriege ich eine Figur? Wer soll das sein? Die einschlägige Literatur empfiehlt, einen möglichst genauen Steckbrief anzulegen, um rauszufinden, wer sich hinter der ersten wolkigen Inspiration verbirgt. Das geht überraschend gut! Es fühlt sich gar nicht so sehr nach „ausdenken“ an, sondern eher nach „herausfinden“ – die Figur ist eigentlich schon da, es braucht nur ein wenig Detektivarbeit, um ihren Hintergrund zu ergründen.

Nachdem ich die Figur so einigermaßen hatte, das nächste Problem: Wie sieht sie aus? Profis füllen offenbar daraufhin erstmal ein paar Seiten mit Dutzenden von Gesichtsentwürfen. Konnte ich aber so gar nicht. Also hab ich einige Zeit damit verbracht, Gesichter zu zeichnen, Skizzen nach Fotos, usw. Knifflig! Aber irgendwann ging es dann so gut, dass ich gezielt verschiedene Gesichtsformen, Augenformen, Nasenvarianten etc. ausprobieren konnte.

Tja, ein Gesicht ohne Körper ist natürlich auch nicht so das wahre. Also wieder: üben. Menschliche Proportionen. Anatomie. Haltungen. Ich kann zu dem Zweck wirklich empfehlen, sich mal durch die diverse „Manga zeichnen lernen“-Literatur zu wühlen. Selbst wenn man gar keine Manga machen möchte, gibt es da unglaublich nützliche Hinweise zum Zeichnen von Menschen in diversen Stilisierungen. Was diese Zeichner drauf haben, ist wirklich krass. Sogar ein Buch ausschließlich zum Thema Hände und Füße habe ich gefunden.

Auch immer wichtig für eine Figur: besondere Attribute, Accessoires, Gadgets, die sie erkennbar machen. In meinem Fall sind das die Federn im Haar, und das kleine Vogeltattoo an der Wade. Ist eigentlich ganz lustig: Wie mach ich denn die Haare? Was zieh ich bloß dazu an? Steht mir das, äh, ihr?

Wenn man das dann alles hat, kann man sich eine Situation ausdenken, die man darstellen möchte. Da hat es sich dann gelohnt, einigermaßen flott Posen skizzieren zu üben. Und natürlich: die Umgebung. Ich habe für den Bildhintergrund meine Island-Urlaubsfotos durchforstet. Zu detailliert sollte der Hintergrund übrigens nicht sein, das lenkt nur ab. Ist natürlich dann auch einfacher umzusetzen 🙂

Tja, mit Skizzen zu dem Mädchen, dem Raben, der Szenerie ausgestattet, hab ich alles in eine Bleistiftvorzeichnung zusammengetragen, und aus der dann die Reinzeichnung mit Tusche und Feder gezaubert. Das ging dann richtig schnell, gemessen an den Vorbereitungen!

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