Rey und BB-8

Was war Weihnachten unbedingt fällig? Genau, den neuen Star Wars gucken! Hat mir wirklich gut gefallen, meiner Meinung nach ist der neue Film wieder wesentlich näher am Flair der ersten drei Teile. Es gibt auch einige neue Charaktere, insbesondere Rey (Daisy Ridley) und BB-8, die rollende Roboterkugel, fand ich klasse.

Die beiden habe ich gleich mal zeichnen müssen:

rey rey-bb8

An Reys Portrait habe ich zugegebenermaßen ewig herumkorrigiert, bis es einigermaßen passte. Dieses Gesicht bietet nicht so viele Anhaltspunkte, an denen man die Ähnlichkeit festmachen kann (Falten? Knollennase? Fehlanzeige), da ist jeder falsche Millimeter dann doppelt auffällig.

Meine nächsten Morgenkritzeleien (möglichst absichtsloses Herumzeichnen mit was immer ich vor dem Frühstück im Kopf habe) sahen dann folgendermaßen aus:

frachter flucht

So ein Film weckt halt zuverlässig den kleinen sci-fi-begeisterten Jungen in mir. Was will man mehr? 🙂

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Black Lagoon Comic

Vor kurzem habe ich mir gleich beide Staffeln der ziemlich überdrehten Anime-Serie Black Lagoon mehr oder weniger am Stück angesehen. Wie würde Revi, das schießwütige Manga-Babe aus der Serie, wohl in meinem Alltagsjob abschneiden? So in etwa stelle ich mir das vor:

revi-comic

Ist wahrscheinlich nur halb so lustig, wenn man die Serie nicht kennt…

Als mein allererster Comic mit mehreren Panels gab es hier gleich wieder neue Herausforderungen gegenüber dem einzelnen Bild von neulich:

  • Das Layout: Von der ursprünglich skizzierten Idee zur schlüssigen Aufteilung der Bilder in eine Handlungssequenz zu kommen, und die Größen der Bilder festzulegen, war gar nicht so einfach.
  • Was man beim Film Continuity nennen würde: Genau genommen würde Revi wohl das andere Bein an die Tischkante stellen, und irgendwie sind ihre Haare aufgegangen. Zwei Dinge, die mir leider erst beim Tuschen aufgefallen sind.

Bin doch wieder ganz froh, nicht gleich eine mehrseitige Mammut-Story in Angriff genommen zu haben. Eins nach dem Anderen…

Römische Köpfe

Ein weiterer Sonntag in der Glyptothek. Diesmal habe ich mir den Saal mit den römischen Büsten vorgeknöpft – Dutzende von besorgt bis finster dreinschauenden Köpfen, die ganz toll stillhalten. Wie viel muss ich von so einem Kopf zeichnen, um das Wesentliche herauszuarbeiten, also die Ähnlichkeit zur Person und den Ausdruck? Kriege ich das einigermaßen locker hin, ohne supersorgfältiges Ausmalen?

Dieser besorgt aussehende Herr ging ganz gut, wobei interessanterweise im Profil der Ausdruck völlig neutral ist – auch schon im Original. Blickrichtung und die herabgezogenen Mundwinkel sind von der Seite nicht erkennbar.

kopf1 kopf2

Richtig schwierig war der hier:

kopf4

Äußerst feingeschnittenes Gesicht, und dieser herrische Zug um den Mund – echt knifflig. Ich hab fünf Perspektiven gezeichnet, und nur diese Frontalansicht sieht ihm irgendwie ähnlich. Mein Respekt für den Bildhauer wuchs mit jedem Versuch – für mich die interessanteste Büste im ganzen Raum.

Bei Statuen kann man ja auch ganz hervorragend Formschattierungen untersuchen, ganz ohne Farben und wechselnde Oberflächenstrukturen. Am plastischsten ist Septimius Severus geworden, eine der wenigen Büsten mit Namen:

kopf3

Ich hätte eigentlich gerne noch ausprobiert, wie die Gesichter aus verschiedenen Entfernungen wirken – welche Details verschwinden mit wachsendem Abstand? Und auch den „Marmor-Look“ würde ich gerne mal herausarbeiten. Aber der Nachmittag war wieder ziemlich schnell rum. Nächstes Mal!

 

Ein-Bild-Comic

Dies ist mein erster Versuch einer von A bis Z durchgezogenen Comiczeichnung, also Vorzeichnung (Bleistift), Tusche (Feder), Kolorierung (Aquarellstifte), plus Text. Als eingefleischter Informatiker bin ich besonders stolz darauf, das vollständig ohne Computer zustande gebracht zu haben 🙂 Leider ist es mir einigermaßen unmöglich, die Farben des Originals mit dem abfotografierten Digitalkamerabild hier richtig zu treffen. Aquarell ist ja schon auf dem Papier eher luftig und subtil.

one-panel

Um mich nicht gleich komplett zu übernehmen, habe ich mich auf ein einzelnes Bild beschränkt, das vielleicht den Abschluss einer Episode darstellen könnte.

Tipp: Es ist unbedingt empfehlenswert, sich für den Anfang nicht zu viel vorzunehmen! An diesem einzelnen Bild habe ich von der Vorzeichnung bis zur fertigen Aquarellkolorierung mindestens vier Stunden gesessen. Obwohl ich ja schon alle möglichen Skizzen zur Verfügung hatte. (Wer gut aufgepasst hat, wird erkennen, dass es sich mehr oder weniger um die Summe zweier früherer Bilder handelt.) Uff. Professionelle Comiczeichner müssen affenartig schnell sein, um jemals so etwas wie ein Buch fertig zu bekommen.

 

Bunt, aber wie?

Um Zeichnungen zu kolorieren, gibt es unzählige Möglichkeiten. Comiczeichner machen das anscheinend meist am Computer. Auf dem Papier sind offenbar Gouache, Acryl, und Aquarell am gebräuchlichsten. Daneben gibt es auch noch Buntstifte, wasservermalbare Kreiden, Pastellstifte, farbige Tusche, und so weiter und so fort.

Wo anfangen? Die ganze Welt der nassen Farbe ist mir ja noch reichlich fremd. Am simpelsten war es in meinem Fall, den Aquarellkasten meiner Freundin zu pumpen 🙂 Nun finden Maler an Aquarell anscheinend das Verlaufen der Farben besonders reizvoll, manche Leute setzen dabei ihren ganzen Arbeitsplatz unter Wasser. Mich hat die Wasserschlacht beim „Ausmalen“ eher gestört. Und ständig muss man warten, bis das Blatt wieder trocken ist, um  weitermachen zu können! Die Farben selbst sind allerdings schon schön… was tun?

Eine gute Verbindung zwischen präzisem, trockenem Arbeiten und dem Wasserfarben-Look habe ich in wasservermalbaren Aquarellstiften gefunden. Man kann bunstiftmäßig die Farben auf dem Papier trocken anlegen, und dann mit einem feuchten Pinsel mischen und verwischen. Und so sieht meine erste knallbunte Testzeichnung aus:

city

Hier habe ich erst mit einem schwarzen Tuschestift die Konturen angelegt, und die beleuchteten Fenster an den Häusern mit Maskierflüssigkeit hingetupft. Dann mit Aquarellstiften den Himmel, die Felsen, und den Vordergrund hingekritzelt. Anschließend mit einem nassen Pinsel alles verwischt, die Gebäude sorgfältig freilassend. Zum Schluss noch „klassisch“ dünne schwarze Aquarellfarbe über die Häuser verteilt. Trocknen lassen, Maskierflüssigkeit abrubbeln, fertig!

 

 

Quick and dirty: springende Katze

Momentan skizziere ich wieder gerne Bildsequenzen aus dem Muybridge ab, insbesondere von Tieren. Ist eine kurzweilige Art, schwungvolle Linien zu üben. Da bietet es sich ja eigentlich an, so eine Sequenz mal in eine Animation zu verwandeln. Also habe ich flugs (von wegen –  reichlich umständlich war das!) die 20 Bilder meiner heutigen Morgenkritzelei, einer rennenden und springenden Katze, abfotografiert, mit Hilfe von GIMP zurechtgerückt und in ein animiertes GIF verwandelt. Hoffe, das funktioniert bei euch im Browser.

Ohne besondere Sorgfalt beim Zeichnen und Fotografieren ist das alles recht unregelmäßig, ein gewisser hypnotischer Effekt stellt sich in der Dauerschleife aber ein 🙂 Am besten kapiert man die Bewegung, wenn man auf die Hinterbeine schaut, finde ich.

katze-animation