Römische Köpfe

Ein weiterer Sonntag in der Glyptothek. Diesmal habe ich mir den Saal mit den römischen Büsten vorgeknöpft – Dutzende von besorgt bis finster dreinschauenden Köpfen, die ganz toll stillhalten. Wie viel muss ich von so einem Kopf zeichnen, um das Wesentliche herauszuarbeiten, also die Ähnlichkeit zur Person und den Ausdruck? Kriege ich das einigermaßen locker hin, ohne supersorgfältiges Ausmalen?

Dieser besorgt aussehende Herr ging ganz gut, wobei interessanterweise im Profil der Ausdruck völlig neutral ist – auch schon im Original. Blickrichtung und die herabgezogenen Mundwinkel sind von der Seite nicht erkennbar.

kopf1 kopf2

Richtig schwierig war der hier:

kopf4

Äußerst feingeschnittenes Gesicht, und dieser herrische Zug um den Mund – echt knifflig. Ich hab fünf Perspektiven gezeichnet, und nur diese Frontalansicht sieht ihm irgendwie ähnlich. Mein Respekt für den Bildhauer wuchs mit jedem Versuch – für mich die interessanteste Büste im ganzen Raum.

Bei Statuen kann man ja auch ganz hervorragend Formschattierungen untersuchen, ganz ohne Farben und wechselnde Oberflächenstrukturen. Am plastischsten ist Septimius Severus geworden, eine der wenigen Büsten mit Namen:

kopf3

Ich hätte eigentlich gerne noch ausprobiert, wie die Gesichter aus verschiedenen Entfernungen wirken – welche Details verschwinden mit wachsendem Abstand? Und auch den „Marmor-Look“ würde ich gerne mal herausarbeiten. Aber der Nachmittag war wieder ziemlich schnell rum. Nächstes Mal!

 

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