Der Ink-Moment

Comics zeichne ich mit Bleistift vor, und tusche sie dann mit der Zeichenfeder – für mich eine recht nervenaufreibende Prozedur, weil jeder Fehler gnadenlos auf dem Papier steht, und auch da bleibt. Zum Warmwerden fange ich immer mit den Kästen um die einzelnen Panels an:

comic-ink

Das hat jedes Mal etwas Magisches – die graue, noch mit Eventualitäten behaftete Vorzeichnung verwandelt sich in etwas Definitives in absoluter Schwärze. Es geht ums Ganze, jeder Strich zählt. Die Kunst ist dann nur noch, entspannt zu bleiben. Irgendwann wird mir das vielleicht auch gelingen.

 

 

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Pop Your Balloon

… Nicht nur ein Song vom exzellenten Beastie Boys-Album ‚Hot Sauce Committee Part Two‘, sondern auch ein passender Titel zu meinem gerade fertig gewordenen Drachenbild:

dragon-balloon

Das hat jetzt mal richtig lange gebraucht! Ich hatte mir eingebildet, nach den letzten Fingerübungen in Gimp könnte ich sowas in ein paar Stunden hinkriegen, aber von wegen… die Skizze ging ja noch recht flott, aber über den richtigen Aufbau der Ebenen, Schattenfarben, wie mache ich eigentlich Felsen, Berge, einen See, und so weiter und so fort musste ich doch reichlich nachdenken.

Und viel herumprobieren – diesmal habe ich Artrage verwendet, was ja doch ganz was anderes ist als Photoshop oder Gimp. Ich habe die ganzen simulierten naturidentischen Malwerkzeuge erst ziemlich verflucht, aber mittlerweile kann ich dem durchaus etwas abgewinnen. Man muss sich bloß davon verabschieden, jedes Pixel genau kontrollieren zu wollen. Mit einem recht trockenen, steifen Ölpinsel kann man beispielsweise nette Struktureffekte erzeugen. Der Spachtel (das Äquivalent zum „Verwischen“ in Gimp) ist ziemlich eigenwillig, aber mit etwas Übung gibt der interessante Ergebnisse – damit sind die Farbübergänge von Himmel und See entstanden, und den Berghängen im Hintergrund hat er auch ganz gut getan.

 

Quickposes

Vor ein paar Wochen bin ich auf eine tolle Hilfe zum Posen zeichnen gestoßen: quickposes.com. Man sucht sich ein Thema (Athleten, Sitzende, Liegende, Frauen, Männer,…) aus, stellt ein Zeitlimit zwischen 30 Sekunden und 2 Minuten pro Pose ein, und los gehts – 20 zufällig gewählte Bilder hintereinander weg skizzieren. Das mache ich seit ein paar Wochen täglich, und bin ganz angetan von den Fortschritten.

Ich übe fast ausschließlich mit dem Grafiktablett, aber mit Bleistift und Papier geht’s natürlich auch. Bei den Mengen an Skizzen gibt das allerdings einen riesigen Haufen Altpapier 🙂

Von den 20 täglichen Posen hebe ich immer die interessanteste auf, und seit ein paar Tagen nehme ich mir anschließend noch zehn Minuten Zeit für eine genauere Ausarbeitung. Das sieht dann beispielsweise so aus:

 

Jeweils 90 Sekunden:

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Ca. 10 Minuten:

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Schönerweise werden die Ergebnisse von Tag zu Tag konsistenter – am Anfang war ab und zu mal eine Skizze dabei, die ich akzeptabel fand, mittlerweile finde ich die meisten OK. Außerdem breche ich nicht mehr 20 x 90 Sekunden in Hektik aus, sondern komme schon ganz gut in Ruhe durch. Ab und zu klappt natürlich mal was überhaupt nicht, aber warten wir mal ein paar Monate ab 😉

Nördlicher Hornrabe

Ein weiteres Lieblingstier aus dem örtlichen Zoo: der nördliche Hornrabe.

Hornrabe

In diesem Fall handelt es sich wohl um ein Weibchen – die Männchen haben einen bunteren Kehlsack.

Auch dieses Bild ist wieder komplett in Gimp entstanden. Immer noch leicht verwirrend bei der digitalen Malerei finde ich die Frage, wie ich mit hell/dunkel vs. Farbe umgehen soll. Hier habe ich den Ansatz verfolgt, das Bild erst einzufärben, und dann auf separaten Ebenen Licht und Schatten hinzuzufügen.

Eigentlich ein gutes Prinzip, aber teilweise muss man einige Hirnkapazität aufwenden, um das richtig zu trennen. Ist diese Falte da jetzt Oberflächenstruktur, die ich auf die Farbebene male? Oder ist das doch eher ein Schatten? Oft sind die Übergänge zwischen den Bereichen auch so fließend, dass es eher nervt, zwischen drei Ebenen hin- und herzuspringen.

Letzten Endes habe ich es mal so, mal so gemacht – was mir als eingefleischtem Informatiker schon ein wenig gegen den Strich geht. Ich bevorzuge halt klare Algorithmen 🙂